Ein intelligenter Spiegel als Companion System

 

Was ist ein Spiegel? Er ist ein Alltagsgegenstand ebenso wie ein kulturgeschichtliches Artefakt. Bekannt bereits seit den antiken Hochkulturen, hat er im Laufe seiner Existenz dazu beigetragen, dass Menschen sich durch den Blick in ihn wahrnehmen, erkennen, versichern, verschönern etc.. Da sich immer mehr Menschen bei der Frage, wie es ihnen geht nicht länger nur auf ihr subjektives Empfinden verlassen möchten, sondern sich ihr Urteil u.a. datengestützt und im Vergleich mit anderen bilden, stellt sich die Frage, inwieweit ein Spiegel als Artefakt geeignet sein könnte, ein erweitertes, gleichsam angereichertes Bild auf der Basis von „Quantified Self“-Daten zu ermöglichen, welches die optische „Wiederspiegelung“ einer Person mit der Darstellung von körperlichen und emotionalen Zustandsdaten neuartig verbindet.Im Rahmen des  Masterprojektes von Maria Lüdemann gehen wir dieser Frage nach. Der grundlegende Anspruch des Projektes besteht darin, die Schnittfläche zwischen dem Spiegel als Metapher für Selbsterkenntnis bzw. -erfahrung und dem Leitmotto der „Quantified Self“-Bewegung Know thyself through numbers“ prototypisch auszuloten. Um dies zu erreichen, wird eruiert, mit welchen technischen Möglichkeiten das „Erkennen seiner Selbst“ überhaupt unterstützbar ist. Welche grundlegende Technologie sollte dahinter stehen, welche Art der Steuerung benötigt eine Platform wie diese?

Der erste Prototyp des intelligenten Spiegels wird auf einem großen 79-Zoll-Bildschirm getestet, der die Benutzung über einen Rechner via Maus, Tastatur etc., aber auch Touch erlaubt. Mithilfe einer (Kinect-)Kamera soll der Spiegel Benutzer/innen anzeigen und auch personalisiert erkennen können, um nur die für ihn relevanten, von einem dahinter liegenden Quantified Self-System erhobenen Daten anzeigen zu können. Aktuell wird eine Anzeige dieser physiologischen Daten erarbeitet.

Die grundlegenden Fragen, die sich auch weiterhin stellen, sind unter anderem:

  • Was braucht ein Companion System wie dieses, um intelligent zu sein?
  • Welche Anforderungen werden an einen intelligenten Spiegel gestellt?
  • Was ist technisch realisierbar und sozial wünschbar?

Dieses Projekt wird bearbeitet von Maria Lüdemann und Susanne Draheim.

 

Maria Lüdemann

Maria Lüdemann

Masterstudentin Informatik

Marias Masterprojekt beschäftigt sich mit der Möglichkeit, einen intelligenten Spiegel als „Companion Technologie“ auf der Grundlage von „Quantified Self“-Daten zu konzipieren. Ihre Arbeitsbereiche sind Quantified Self, Data Mining, Datenbanken, Companion Technologie.
B.Sc Thesis

Susanne Draheim

Susanne Draheim

Geschäftsführende Leitung

Studium Erziehungs- und Angewandte Kulturwissenschaften (Universität Lüneburg), 2011 Promotion in Soziologie (TU Dresden). Ihre Arbeitsbereiche umfassen Laborleitung, Format- und Methodenentwicklung, Einwerbung und Koordination von Drittmittelprojekten. Trans-/ Interdisziplinäre Projekte, Critical Theory & Design, Human Computer Interaction, Qualitative Forschungsmethoden. Mail   Publikationen   Web